Wintereinbruch im Ruhrgebiet

Die Wetterdienste sagen für die kommenden Tage deutlich sinkende Temperaturen voraus. Damit drohen auf den Straßen Glätte und Schneefall – auch in Bochum, Herne und Witten.

“Autos müssen den Wetterverhältnissen entsprechend ausgestattet sein”, erinnert Polizeidirektor Manfred Kibbas, Leiter der Direktion Verkehr im Bochumer Polizeipräsidium, an die seit Mai 2006 bestehende Winterreifenpflicht, geeignete Reifen montiert zu haben. Unter winterlichen Bedingungen – und dazu gehören auch Schneeregen und Schneematsch – darf man nur dann am Straßenverkehr teilnehmen, wenn geeignete Reifen (Winterreifen empfehlenswert) montiert sind. Dazu gehört ebenfalls – laut StVO – das Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage.

Verstöße werden mit einem Bußgeld von 20 Euro geahndet. Wer zusätzlich noch den Verkehr behindert, zahlt 40 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Für Winterreifen gibt es viele Argumente: dass erste und wichtigste ist ganz klar die Sicherheit! Winterreifen bestehen aus einer speziellen kältetauglichen Gummimischung. Ihre lamellenartigen Profile mit Tausenden von Feineinschnitten verformen sich beim Fahren und bewirken einen höheren Kraftschluss auf der Fahrbahn. Sie haben somit schon bei Temperaturen von sieben Grad und darunter auch auf trockener oder nasser Straße mehr Haftung und sind Sommerreifen beim Brems-, Lenk- und Beschleunigungsverhalten weit überlegen. Die meisten Pluspunkte sammeln Winterreifen aber auf Schnee. Das tief ausgeprägte Profil sorgt für einen besonderen Verzahnungseffekt, was den Grip (Haftung zwischen Reifen und Fahrbahn) erhöht. Die zahlreichen Lamellen in den Profilblöcken steigern die Haftung sogar auf vereister Fahrbahn-Oberfläche. Die Vorteile zeigen sich besonders beim Bremsen auf Schnee. Während der Pkw mit Sommerreifen aus nur 50 km/h erst nach 43 Metern zum Stehen kommt, benötigt das Auto mit Winterreifen nur 35 Meter. Auch wenn die StVO lediglich eine Restprofiltiefe von 1,6 mm vorschreibt, sollten Winterreifen eine Profiltiefe von 4 mm nicht unterschreiten. Nur so haben die wichtigen Lamellen noch die richtige Stärke und den entscheidenden Grip. All dies bedeutet aber keine absolute Sicherheit. “Zusätzlich zur wintertauglichen Ausrüstung ist es wichtig, auch die Fahrweise an die Witterungsverhältnisse anzupassen. Die Verantwortung und die richtige Selbsteinschätzung des Fahrers / der Fahrerin sind stets gefordert”, mahnt PHK Heinz-Albert Neuhäuser, Verkehrssicherheitsberater in Bochum.

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