Nur mit Winterreifen in den Urlaub
Eine generelle Winterreifenpflicht besteht in Deutschland nicht. In der Straßenverkehrsordnung heißt es lediglich: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen.
Sommerreifen im Winter auch ein rechtliches Risiko
Wir gehen jetzt in den zweiten Winter mit einer Änderung in der Straßenverkehrsordnung (StVO), die immer wieder als eine generelle Winterreifenpflicht missverstanden wird.
Erste Fahrverbote wegen falscher Bereifung verhängt
Die Polizei hat die ersten Fahrverbote wegen falscher Bereifung verhängt. Dabei traf es zwei Autofahrerinnen, die am 24. November auf verschneiter Fahrbahn mit Sommerreifen angetroffen wurden.
Durch die falsche Bereifung hatte eine der Damen einen Unfall mit Blechschaden verursacht, weil ihr Wagen ins Schleudern gekommen war. Autofahrer sollten bei anhaltendem Winterwetter nicht mehr auf Sommerreifen unterwegs sein und mit Kontrollen der Polizei rechnen.
Die ersten Fahrverbote wegen falscher Bereifung hat die Polizei in Müsingen auf der Schwäbischen Alp verhängt. Wie der Alb Bote berichtet, hatten die Beamten dazu allen Grund: Eine Autofahrerin war mit ihrem Wagen ins Schleudern geraten und hatte dabei gleich zwei weitere Pkw beschädigt, eine andere Verkehrsteilnehmerin musste wegen der Sommerbereifung ihres Pkw vor einer Steigung kapitulieren.
„Die ersten Fahrverbote belegen, dass es die Polizei mit der Verpflichtung zu Winterreifen auf glatten Straßen ernst nimmt“, kommentiert Alexander Lührs, Pressesprecher des führenden europäischen Reifenherstellers Continental, den Vorgang. „Wegen der extrem milden Witterung im letzten Jahr bestand für die Polizei wenig Gelegenheit zur Durchsetzung der Winterreifenpflicht. Nun sollten sich alle Autofahrer auf Kontrollen einstellen und ihren Wagen nur dann nutzen, wenn er richtig bereift ist.“
Unter der richtigen Bereifung versteht das Gesetz Winterreifen, sobald Glätte herrscht. Diese unterscheiden sich durch den Schriftzug „M+S“ sowie durch das Symbol „Schneeflocke vor einem Berg“ von Sommerreifen. Wer ohne die sicheren Winterspezialisten im Straßenverkehr angetroffen wird, droht ein Bußgeld von 20 Euro. Wer andere behindert oder gar einen Unfall durch die fehlenden Winterreifen verursacht, riskiert 40 Euro sowie einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei.
Winterreifenpflicht
Winterreifenpflicht in Deutschland? Es gibt in Deutschland -im Gegensatz zu einigen europäischen Nachbarn – keine generelle Winterreifenpflicht. In Deutschland fordert die Straßenverkehrsordnung die Anpassung der Ausrüstung an die Wetterverhältnisse. Dazu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage. Es handelt sich also nicht um eine generelle Winterreifenpflicht, sondern um eine witterungsbedingte.
Wintereinbruch im Ruhrgebiet
Die Wetterdienste sagen für die kommenden Tage deutlich sinkende Temperaturen voraus. Damit drohen auf den Straßen Glätte und Schneefall – auch in Bochum, Herne und Witten.
“Autos müssen den Wetterverhältnissen entsprechend ausgestattet sein”, erinnert Polizeidirektor Manfred Kibbas, Leiter der Direktion Verkehr im Bochumer Polizeipräsidium, an die seit Mai 2006 bestehende Winterreifenpflicht, geeignete Reifen montiert zu haben. Unter winterlichen Bedingungen – und dazu gehören auch Schneeregen und Schneematsch – darf man nur dann am Straßenverkehr teilnehmen, wenn geeignete Reifen (Winterreifen empfehlenswert) montiert sind. Dazu gehört ebenfalls – laut StVO – das Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage.
Verstöße werden mit einem Bußgeld von 20 Euro geahndet. Wer zusätzlich noch den Verkehr behindert, zahlt 40 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Für Winterreifen gibt es viele Argumente: dass erste und wichtigste ist ganz klar die Sicherheit! Winterreifen bestehen aus einer speziellen kältetauglichen Gummimischung. Ihre lamellenartigen Profile mit Tausenden von Feineinschnitten verformen sich beim Fahren und bewirken einen höheren Kraftschluss auf der Fahrbahn. Sie haben somit schon bei Temperaturen von sieben Grad und darunter auch auf trockener oder nasser Straße mehr Haftung und sind Sommerreifen beim Brems-, Lenk- und Beschleunigungsverhalten weit überlegen. Die meisten Pluspunkte sammeln Winterreifen aber auf Schnee. Das tief ausgeprägte Profil sorgt für einen besonderen Verzahnungseffekt, was den Grip (Haftung zwischen Reifen und Fahrbahn) erhöht. Die zahlreichen Lamellen in den Profilblöcken steigern die Haftung sogar auf vereister Fahrbahn-Oberfläche. Die Vorteile zeigen sich besonders beim Bremsen auf Schnee. Während der Pkw mit Sommerreifen aus nur 50 km/h erst nach 43 Metern zum Stehen kommt, benötigt das Auto mit Winterreifen nur 35 Meter. Auch wenn die StVO lediglich eine Restprofiltiefe von 1,6 mm vorschreibt, sollten Winterreifen eine Profiltiefe von 4 mm nicht unterschreiten. Nur so haben die wichtigen Lamellen noch die richtige Stärke und den entscheidenden Grip. All dies bedeutet aber keine absolute Sicherheit. “Zusätzlich zur wintertauglichen Ausrüstung ist es wichtig, auch die Fahrweise an die Witterungsverhältnisse anzupassen. Die Verantwortung und die richtige Selbsteinschätzung des Fahrers / der Fahrerin sind stets gefordert”, mahnt PHK Heinz-Albert Neuhäuser, Verkehrssicherheitsberater in Bochum.
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