Anstatt Winterreifen waren es nur abgefahrene Sommerreifen

Für 2000 Euro ein Ford Ka, dazu ein neuer Satz Winterreifen im Kofferraum. Da griff die Kauffrau Elham Bahman (32) bedenkenlos zu. Erst in der Autowerkstatt merkte sie, dass sie vom Kölner Autohändler über den Tisch gezogen wurde. Ein Wiedersehen gab’s am Donnerstag im Amtsgericht.

Die Perserin hatte das Auto im September 2007 beim Händler gekauft. Weil sie viel auf der Autobahn unterwegs ist, legte sie großen Wert auf die Winterreifen. Als sie die aber in der Werkstatt aufziehen lassen wollte, sagte der Monteur: „Das sind keine Winterreifen, sondern fahruntüchtige Sommerreifen.“

Vor Gericht versuchte Händler Yilmaz B. (31, Name geändert), sich rauszureden. „Ich dachte, im Kofferraum lägen Winterreifen“, sagte er und erzürnte damit den Amtsrichter. „Das erkenne selbst ich auf den ersten Blick, ob das Winterreifen sind.“ Dann sollte man das von einem Händler, der seit Jahren im Geschäft ist, wohl auch erwarten können.

Als Elham den Schwindel bemerkte, pochte sie beim Autohändler auf die Reifen, wie im Kaufvertrag zugesichert. „Er war sehr unfreundlich am Telefon“, sagte sie gestern als Zeugin aus. „Dann back dir doch deine Winterreifen, du blöde Kuh!“, blaffte Yilmaz B. sie ab, wie er selbst vor Gericht zugab.

Trotzdem kam der Händler glimpflich davon. Das Verfahren wurde eingestellt, weil der Autohändler sofort 300 Euro an die Geschädigte zahlte. Und der Amtsrichter stellte fest: „Wo Winterreifen draufstehen, müssen auch Winterreifen drin sein!“

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