Alte Winterreifen nicht im Sommer fahren

Mehr oder weniger abgefahrene Winterreifen werden oft im Sommer noch benutzt. Doch Ralf Müller-Wiesenfarth vom ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Kempten warnt: „Ein schlechter Winterreifen ist auch im Sommer schlecht.“ Vor allen Dingen bei nassen Straßen und Aquaplaning sei das Fahrverhalten mit abgenutzten Winterreifen im Sommer wesentlich schlechter. Wegen der weicheren Gummimischung gebe es darüber hinaus bei hohen Temperaturen Probleme: „Die fangen regelrecht an zu schmieren.“

Dass manche Autobesitzer ihre nicht mehr wintertauglichen Winterreifen in der darauf folgenden warmen Jahreszeit noch aufbrauchen wollen, sei wegen der Kostenersparnis zwar verständlich, sagt Müller-Wiesenfarth – aber eben nicht im Interesse der Verkehrssicherheit. Denn auch ein Test des österreichischen Automobilclubs (ÖAMTC) habe jetzt gezeigt, dass die Bremswege mit schlechten Winterreifen im Sommer erheblich länger sind als mit guten Sommerreifen.

Spritverbrauch nicht viel höher
Dass man mit Winterreifen wesentlich mehr Sprit verbrauche, stimme inzwischen nicht mehr, versichert Müller-Wiesenfarth. Die Differenz beim Verbrauch sei zwischen modernen Winterreifen und Sommerreifen nur noch sehr gering.

„Natürlich dürfen Winterreifen auch im Sommer gefahren werden, wenn sie eine Mindestprofil-Tiefe von 1,6 Millimetern haben,“ sagt Ulrich Hieber von der Kemptener Polizeidirektion. Besonders ratsam sei dies aber nicht. Hieber verweist ebenfalls auf längere Bremswege.

Gelagert werden sollten Reifen generell trocken, kühl und dunkel. Wärme, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung führen dazu, dass die Gummimischungen härter werden. Generell sollten Reifen, die älter als acht Jahre sind, nicht mehr verwendet werden, betont Hieber.

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